2. Stufe Pfadfinder

Die Pfadistufe wendet sich an Jugendliche im Alter von 10 bis 15 Jahren.

Wer sind sie?

Zu Beginn der Pfadistufe sind die Pfadi Kinder, am Ende sind sie Jugendliche! Die Kinder befinden sich am Schluss einer stabilen Entwicklungsperiode. Sie fühlen sich wohl. Sie kennen ihre intellektuellen, sozialen und körperlichen Fähigkeiten und wissen mit ihnen umzugehen. Sie sind noch im Spielalter, einsatzfreudig und enthusiastisch, immer zu einem Abenteuer bereit. Sie können ihre Bedürfnisse klar äussern und sich präzise ausdrücken.

Im Laufe dieser Stufe werden die Kinder zu Jugendlichen. Sie verlassen die Sicherheit und Stabilität der Kindheit, um in die neu zu entdeckende Welt der Erwachsenen aufzubrechen. Alle diese Veränderungen rufen bei vielen Jugendlichen Unsicherheiten, Schüchternheit, Unbehagen und Unruhe hervor. Aber sie ermöglichen ihnen auch, eigene Sinn- und Wertvorstellungen zu suchen und zu entwickeln. Sie lehnen sich dabei gerne gegen von aussen vorgegebene Normen auf oder versuchen ihnen auszuweichen.

Sie suchen nach Gesellschaft von Gleichaltrigen und gründen Cliquen. Viele solcher Cliquen haben einen Ehrenkodex und Regeln, die respektiert werden müssen. In diesen Gruppen streben die Jugendlichen nach Anerkennung und folgen freiwillig den Riten, die eingeführt wurden.

In diesem Alter werden die Jugendlichen ermuntert, ihre eigenen Entscheidungen über die Gestaltung ihrer Freizeit und die Wahl der weiteren Schulausbildung zu treffen. Durch ihre selbständigen Entscheidungen versuchen die Jugendlichen, eine erste Form der Unabhängigkeit von der Familie zu finden.

Was wollen sie?

Kinder und Jugendliche haben in diesem Alter das Bedürfnis…

  • in einer Gruppe ausserhalb der Familie anerkannt zu sein und eine klare Rolle in dieser Gruppe einzunehmen.
  • mit gleichaltrigen Jugendlichen zusammenzusein.
  • sich mit anderen vergleichen zu können (in den Bereichen Schule, Sport, Kreativität).
  • diskutieren und hinterfragen zu können.
  • Aktivitäten ausserhalb des Gewöhnlichen zu erleben, in den unterschiedlichsten Bereichen Grenzen zu erfahren.
  • viele neue Sachen zu sehen und neue Erfahrungen zu machen.
  • ihre Persönlichkeit zu behaupten.